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Gegen die Spionage: SnoopSnitch spürt Überwachungs-Apps kostenlos auf

Wenn es um den Datenschutz geht, ist Deutschland immer vorne mit dabei: Der Chaos Communication Congress hat zum 31. Mal in Hamburg getagt und gleich drei untereinander unabhängige Teams haben bewiesen, dass die Überwachung von Handys kein großes Problem mehr ist. Damit die Kontrolle über Telefone und SMS-Nachrichten nach wie vor erhalten bleibt, hat zumindest ein Team eine passende App gezeigt, welche Sicherheitslücken findet und dem Besitzer eines Smartphones mitteilt, dass möglicherweise Handy-Spionage betrieben wird.

Durch NSA & Co. haben wir uns – leider – schon fast an die massenhafte Speicherung von Daten gewöhnt. Dass auch Privatpersonen oder Unternehmen inzwischen relativ einfach auf Kommunikationsdaten zugreifen können, wurde auf dem Kongress gezeigt: Mit einfachen Mitteln wurde demonstriert, wie etwa SMS-Nachrichten gelesen werden könnten. Der Schuldige ist dabei nicht unbedingt die Technik selbst, sondern die zahlreichen Sicherheitslücken dahinter – denn die werden oft viel zu langsam von den Entwicklern gestopft. Aufgrund mangelnden Interesses in der breiten Bevölkerung sehen sich viele Hersteller auch nicht gezwungen, mit Hochdruck an Lösungen zu arbeiten.

Wie man sich schützen kann? Zwei Möglichkeiten stehen zur Auswahl bereit: Die Sperrung des SS7-Protokolls seitens des Mobilfunkanbieters ist möglich, wenn man ihn darauf hinweist. Über SS7 werden zahlreiche dieser Spionagemaßnahmen erst ermöglicht, denn die Technik dahinter ist veraltet und entsprechend mit Sicherheitslücken nur so gespickt. Die zweite Variante ist weniger schön: „Schmeißen Sie Ihr Smartphone einfach weg.“ Offensichtlich ist das keine Lösung im herkömmlichen Sinn, sondern eher die Holzhammermethode, die aufgrund mangelnder Alternativen zum Zuge kommt.

Da beide Lösungen nicht zu 100 % zufriedenstellend sind, hat Karsten Nohl mit seinem Entwicklerteam die inzwischen bekannte Softwarelösung SnoopSnitch entwickelt. Verdächtige Aktivitäten werden analysiert und dem Benutzer mitgeteilt. Das Programm ist kostenlos verfügbar, aber bislang nur auf Android-Geräten einsetzbar. Außerdem bestehen einige technische Einschränkungen: Android 4.1 ist ebenso Voraussetzung wie eine CPU von Qualcomm und ein vorhandener System-Root.