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Darf man ein Handy ohne Zustimmung orten?

Für die meisten Anwender im Privatbereich erscheint die Überwachung eines Handys als Kavaliersdelikt: ein kleines Vergehen, das unter Freunden sogar noch als Spaß durchgehen könnte, oder? Unabhängig von den genauen Motiven ist die Überwachung eines fremden Handys jedoch in fast allen Fällen strafbar! Warum eine Handyortung oft so verlockend ist und wer sie in Deutschland überhaupt durchführen darf, zeigt dieser Artikel.

1. Gründe für eine Handylokalisierung ohne Einverständniserklärung

Die Motive, welche zur Handy-Spionage bei anderen Personen ohne deren Zustimmung führen, sind vielfältig. Besonders häufig treffen unter anderem die folgenden Anlässe zu:

  • Die Kontrolle eines Lebenspartners, wenn etwa der Verdacht auf Fremdgehen/Betrug vorliegt.
  • Die Mitarbeiterkontrolle innerhalb von Unternehmen, um sich etwa über den Verlauf von Aufenthaltsorten oder Arbeitszeiten zu informieren.
  • Die Überwachung von eigenen Kindern und/oder anderen Schutzbefohlenen.
Von diesen drei sehr populären Überwachungsmotiven ist nur letztere Variante bis zum 18. Lebensjahr der Kinder zulässig, um deren Wohlergehen sicherzustellen. Alle anderen genannten Formen der Kontrolle sind ohne Wissen und vor allem Zustimmung des/der Betroffenen nicht erlaubt.

2. Welche Personen oder Institutionen dürfen eine Handyortung ohne Zustimmung durchführen?

Die Handyortung ist grundsätzlich nur in wenigen Fällen gestattet. Das eigene Kind als Beispiel wurde bereits angeführt, außerdem dürfen auch Arbeitgeber einen Arbeitnehmer überwachen, sofern diese Person dem Vorhaben ausdrücklich zugestimmt hat – und selbst dann muss der Arbeitgeber die vertraglich geregelten Formen der Spionage strikt einhalten.

Eine Ausnahme stellt jedoch die Polizei dar, welche in seltenen Fällen eine Ortung durchführen darf:

  • Bei schweren Straftaten, welche eine umgehende Ergreifung des/der Straftäter/s erfordert.
  • In besonders akuten Gefahrensituationen für Menschen, welche ohne sofortige Hilfe möglicherweise um ihr Leben fürchten müssen.
  • Für die Aufklärung von begangenen Straftaten, welche ohne Handyortung nicht durchführbar wäre.

Selbst in diesen Fällen muss die Polizei jedoch eine Genehmigung einholen, welche entweder von einem Staatsanwalt oder Richter unterzeichnet wurde. Genauere Informationen rund um die Möglichkeiten und Grenzen der Handyortung hat die ComputerBILD in Form eines kurzen Videos bereitgestellt.

3. Mögliche Strafen bei unerlaubter Handyortung

Durch eine heimliche Überwachung, welche nicht auf den genannten Ausnahmefall der eigenen Kinder zutrifft, besteht eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts der ausgespähten Person, außerdem liegt der Tatbestand gemäß §202a des StGB vor. In den meisten Fällen folgt eine Unterlassungsklage des Betroffenen gegen den/die Täter, zusätzliche kann ein Schmerzensgeld oder Schadensersatz eingeklagt werden. Darüber hinaus droht ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Gesetz bezüglich der Ausspähung von Daten.

4. Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Bei Google & Co. wirst du nicht selten auf Dienstleister treffen, welche eine Ortung eines beliebigen Handys auch ohne Einverständniserklärung der betroffenen Person versprechen. Häufig genug handelt es sich dabei um harmlose, oft jedoch kostenpflichte oder mit Werbung angereicherte Apps, welche einfach nur ein wenig Spaß machen sollen. Hin und wieder wirst du jedoch Anbietern über den Weg laufen, welche tatsächlich eine Ortung versprechen. Achte in diesem Fall immer auf die notwendige Zustimmung des Handybesitzers. Es gibt keinen Handyortungsdienst, welcher seriös arbeitet und auf eine solche Einverständniserklärung verzichtet!