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Handyortung für Feuerwehr auch in Notfällen untersagt

Rückschlag für die Handyortung der Feuerwehr in Dortmund: Wer bislang 112 gewählt hat, ortsfremd war und die Adresse des Unglücksorts nicht kannte, konnte sich auf die Handyortung verlassen. Das ist nun nicht mehr möglich, da Datenschützer mögliche Gefahren gesehen haben und die Funktion von der Feuerwehr nicht länger genutzt werden darf.

Bis 2011 durfte die Feuerwehr an der Steinstraße in Dortmund ein eigens geschriebenes Programm nutzen, das von der Björn-Steiger-Stiftung ins Leben gerufen wurde. Kannte der Anrufende den Ort nicht genau, war das kein Problem, da innerhalb sehr kurzer Zeit das Handy lokalisiert werden konnte. Wir erinnern uns: Björn Steiger selbst war neun Jahre alt, als er 1968 an den Folgen eines Verkehrsunfalls starb. Wären die Helfer schneller vor Ort gewesen, hätte das Unglück möglicherweise verhindert werden können. Seitdem setzt sich die Stiftung für effizientere Rettungsmethoden ein – und das geschieht in der heutigen Zeit vor allem mit effektiver Ortungssoftware. Die Retter sind dadurch Sekunden, oft auch mehrere Minuten schneller am Einsatzort – aber das war für die Datenschützer dennoch kein ausreichender Grund, um die Software weiter einzusetzen.

Stattdessen kommt nun eine neue Ortungssoftware zum Einsatz: Diese basiert auf GSM-Ortung und kann daher nur die Funkzelle angeben, aber nicht die genaue Position des Handys und damit auch des Anrufers. Gerade in den ländlichen Gebieten um den Großraum Dortmund herum umfassen diese Funkzellen Areale mit einer Größe von mehreren Quadratkilometern. Die Software einzusetzen, ist daher praktisch gesehen nutzlos. Aufgrund der Datenschutzbedenken müssen Opfer von Unfällen oder Katastrophen nun also möglicherweise deutlich länger warten, bis Hilfe eintrifft. Sicherlich hat Datenschutz ihren Platz – aber ob er auch bei der Feuerwehr eine Rolle spielen sollte, darf stark bezweifelt werden.